Guten Hunger ... Mahlzeit! Werksgasthaus im Stahlwerk Peine

Foto: A. Bormann, 2018
1970 fusionierte die Ilseder Hütte, Peine, mit dem Hüttenwerk Salzgitter. Um die Arbeitsbedingungen in den Werken anzugleichen, mussten für die Standorte Peine und Ilsede neue Essensausgabestellen eingerichtet werden.

Im Erdgeschoss des Gebäudes befanden sich separate Eingangshallen für Mitarbeiter und Gäste, ein Café sowie Nebenräume (Waschräume, WC, Kühlraum und Warenannahme). Das auf allen Seiten um je 5 m auskragende Obergeschoss beinhaltete den großen Speisesaal für bis zu 500 Personen (täglich sollten bis zu 2.500 Essen ausgegeben werden), die Großküche und drei Gästeräume für bis zu 100 Personen mit kleiner Empfangshalle. Der Grundriss basiert auf einem Raster mit 12 m Abstand, in dem die Stahlstützen platziert sind. Die Räume sind weitgehend unabhängig vom Konstruktionsraster angelegt.


Foto: U. Knufinke, 2018
Trotz der Größe des Gebäudes und seiner streng strukturierten Gestalt sollte durch Materialien eine Atmosphäre geschaffen werden, in der man sich wohlfühlen konnte. Die rote Backsteinwand mit fast expressionistisch erscheinendem Muster im Treppenaufgang oder die strukturierte Decke des Speisesaals sind dafür ein Beispiel. Zudem legte man Wert auf größtmögliche Variabilität – der große Saal konnte geteilt und sogar für einen Bühnenbetrieb eingerichtet werden. Nach dem Neubau einer kleineren Kantine (2001) wurde das Werksgasthaus aufgegeben. Es wurde 2002 als Callcenter umgebaut und steht seitdem leer.
Die Gestaltung der Wand im Treppenhaus, Foto: U. Knufinke, 2018

Daten & Fakten
Adresse: Gerhard-Lukas-Meyer-Straße 8, 31226 Peine
Planungszeit: 1970–72
Bauzeit: 1972–74
Eröffnung: 29. Dezember 1974 und 19. Januar 1975
Architekt: Norbert Brinkmann (Stahlwerke Peine-Salzgitter AG)
Auftraggeber: Stahlwerke Peine-Salzgitter AG
Baukosten: 8 Mio. DM
Bauart: Stahlskelettkonstruktion
Denkmalschutz: Denkmaleigenschaft bisher nicht geprüft

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