Kontrolle ist besser: Institut für Statik und Stahlbau, Technische Universität Braunschweig

Institut für Statik und Stahlbau, Foto: Institut für Stahlbau
Mit dem Ausbau des Ostgebiets der Technischen Universität entstanden ab den frühen 1950er-Jahren mehrere Institutsbauten mit Versuchshallen, Laboratorien, etc. nach dem modernsten Stand der Technik. Strizic erstellte im Vorfeld eine städteplanerische Studie für den Ostcampus.
Zdenko von Strizic trennte in seinem Entwurf den Verwaltungs- und Lehrbereich von den Versuchshallen, um akustische Störungen zu vermeiden. Dazwischen ist ein halboffener bepflanzter Hof eingeschaltet; ein niedriger Zwischentrakt verbindet die Verwaltung mit den beiden Hallen, die durch Schiebetore voneinander getrennt werden können. Im Erdgeschoss des Verwaltungsbaus befindet sich ein Seminarraum, die Eingangshalle und ehemals Räume für Rechenmaschinen. In den Etagen darüber sind die Institute untergebracht: das Institut für Stahlbeton im 1. und das Institut für Statik im 2. Obergeschoss. Sie bezogen den Neubau 1973 unter erheblichen Bedenken wegen „mangelhafter Schalldämmwerte“.
Institut für Stahlbau, Foto: U. Knufinke, 2014
Konstruktiv sollte ein ungewöhnliches System von Doppelstützen mit großer Spannweite im Verwaltungsbau eine hohe Variabilität der Räume ermöglichen. Auch die sorgfältige Differenzierung der Wandoberflächen, insbesondere beim Verwaltungsbau, ist bemerkenswert: Abdrücke von Strohmatten in der Oberfläche wechseln sich ab mit Waschund Sichtbeton.

Zdenko von Strizic reihte seinen, durch expressiven Funktionalismus gekennzeichneten Bau in die Reihe von Institutsgebäuden der Lehrer der Braunschweiger Schule ein. Obwohl „im Geist“ der internationalen Moderne entworfen, zeigen sie alle die individuellen Handschriften“ ihrer Architekten. Das Institut für Stahlbau ist weitgehend original erhalten – bis hin zu Details der 
Ausstattung wie die Rasterdecke und die Vitrinen im Foyer.
Wasch- und Sichtbeton am Bau des Institus für Stahlbau
Daten & Fakten

Adresse: Beethovenstraße 51, 38106 Braunschweig
Planungszeit: 1968–71
Bauzeit: 1971–73
Eröffnung: 4. Juli 1973 (Bauübergabe)
Architekt: Prof. Zdenko von Strizic (1902–1990), Braunschweig, und Prof. Klaus Müller-Rehm, Berlin; Mitarbeit: Helge Bofinger (Vorentwurf), Dipl.-Ing. Dietbert Galda (Projektleitung)
Auftraggeber: Niedersächsische Hochschulbaugesellschaft mbH, Hannover (Baubetreuung Neue Heimat, Hamburg)
Baukosten: ca. 9 Mio. DM
Bauart: Stahlbetonfertigteilbau
Denkmalschutz: „Nichtdenkmal“, d. h. Denkmalwürdigkeit wurde abschlägig beschieden (12. Dezember 2012)

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