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Stadtteil Schwarzer Berg: Schöne neue Welt

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Bedingt durch die herrschende Wohnungsnot plante man schon in den 50er-Jahren ein größeres Wohngebiet am Schwarzen Berg, in direkter Nähe zum VW-Werk. Eine frühere planmäßige Besiedlung durch Einfamilienhäuser hatte im mittleren Bereich um 1934/35 und ab 1950 stattgefunden. Ab 1964 erfolgte die Erschließung und Bebauung des Geländes durch die Bremer Baugesellschaft „Deutsches Heim“.
Von einer Erschließungsringstraße zweigen Stichstraßen in die Wohngebiete ab. Im Süden und Westen finden sich freistehende Einfamilienhäuser am Ende der Stichstraßen, davor Reihenhäuser. Die Mitte der Ringstraße und der nördliche Teil sind mit unterschiedlich hohen Mehrfamilienhäusern (4- oder 8-geschossig) besetzt und in der Nordwestecke des Geländes befindet sich das 22-geschossige Sielkamp-Hochhaus. Insgesamt entstanden ca. 1.800 Wohnungen inmitten von Grünanlagen und kleineren Spielplätzen.
Das Wohngebiet Schwarzer Berg stellt eine gelungene Durchmischung unterschiedlicher Wohnformen dar – vom Einfamilie…

Warenhaus Horten - Stadtraum für Konsumtempel

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Gegenüber dem Schlosspark erbaute der Horten-Konzern das seinerzeit größte
Kaufhaus in Braunschweig – ein „Warenhaus im Weltstadt-Stil“. Neben der Überwindung der „Bohlweg-Barriere“ sollte damit die City in Richtung neuer Bahnhof erweitert werden. Die zugehörige Tiefgarage war mit über 1.000 Plätzen eines der größten unterirdischen Parkhäuser Deutschlands. Sie sollte die Verkehrsströme abfangen und die Innenstadt entlasten.

Horten präsentierte auf 17.400 qm Verkaufsfläche über 100.000 Waren – „eine ganze Welt in 6 Etagen“. Der polygonale Block steht frei und selbstbewusst in der Stadtlandschaft. Über der zurückgesetzten Schaufensterfront des Erdgeschosses erheben sich die geschlossenen Geschosse der Verkaufsebenen; das Dachgeschoss war ursprünglich der Verwaltung des Warenhauses vorbehalten. Das Gebäude mit seinen starken Kontrasten aus dunklen Treppenhaustürmen und hellen, in vier Geschosse gegliederten Fassadenstreifen ist mit 15.000 der charakteristischen Horten-Keramik-Waben verklei…

Ev. Luth. Stephanuskirche Wolfsburg - Nah dran am Leben

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Heinrich Heidersberger, #1251_1 Stepahnuskirche, Wolfsburg, 1994, Institut Heidersberger, www.heidersberger.de
Am Marktplatz des seit 1962 neu entstandenen Stadtteils Detmerode sollte mit einem Gemeindezentrum ein städtebauliches und geistliches Zentrum entstehen. In Sichtweite errichtete die katholische Gemeinde außerdem die St. Raphael-Kirche.

Das Ensemble der Stephanusgemeinde besteht aus der Kirche und einem Gemeindezentrum – nicht realisiert wurden Wohnungen an der Westseite. Der Kirchensaal hebt sich mit seinem trapezförmigen Grundriss und dem ansteigenden Dach deutlich von der rechtwinkligen Umgebung ab. Nach Norden zeigt sich die Anlage als bewegte Baukörper-Landschaft, zum Marktplatz nach Süden fasst ein Vordach die Kirche und das Gemeindezentrum zusammen. Der Kirchturm auf der Südostecke setzt einen klaren Hochpunkt, wurde aber nie fertiggestellt. Der Innenraum ist auf den Altarbereich mit einer wie ein wehender Vorhang geformten Rückwand ausgerichtet. Die Kanzel links vom Alt…

Modernisierung in "Bibliosibirsk": Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel

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Die Herzog August Bibliothek wurde 1881–86 nach Plänen von Gustav Bohnsack erbaut. Mit der Gründung des Landes Niedersachen wurde sie 1950 Landesbibliothek. Ein Umbau sollte bessere Bedingungen für Benutzer und den Leihverkehr schaffen. Der erste Bauabschnitt betraf die zentrale Augusteerhalle und die angrenzenden Räume.

Braunschweig Hauptbahnhof

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Bereits 1938 wollte man einen Durchgangsbahnhof im Südosten Braunschweigs an verkehrstechnisch günstiger Stelle errichten. Er sollte den alten Kopfbahnhof ersetzen und die Anbindung der neuen Industriegebiete Salzgitter und Wolfsburg verbessern. Zum Gestaltungswettbewerb im Mai 1956 unter Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wurden 51 Vorschläge eingereicht.

Braunschweig Rathaus-Neubau

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Heute wird der Rathauserweiterungsbau oft kritisiert oder gar der Abriss gefordert. Ein ganz anderes Bild zeigen viele Postkarten und Andenken der 1970er und 80er Jahre – die Braunschweiger Neubauten wie auch der Rathausbau stehen hier selbstverständlich neben den historischen Gebäuden und bilden mit diesen eine spannungsvolle Einheit.

Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern

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Sonderausstellung ab dem 13. Oktober im Braunschweigischen Landesmuseum
Die Bauten der Moderne prägen das Bild unserer Städte bis heute, sind selbstverständlicher Teil des Alltags. Rund ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung sind sie jedoch in die Jahre gekommen, und an vielen Orten stellen sich ganz aktuell die Fragen nach Erhaltung, Umnutzung oder Abriss, nach Wertschätzung und Denkmalwert.